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Die Geschichte

 

Die Fattoria I Graffi

Das Casa Cares Kinderheim

Cares: Begegnungszentrum und Gästehaus der Waldenserkirche

Die Waldenserkirche


Die Fattoria I Graffi

Die Fattoria Graffi wurde im 18. und 19. Jahrhundert von der Quarratesi Familie im Stile eines traditionellen toskanischen Gutshofes erbaut. Das Gut wurde Anfang des 19. Jahrhunderts verkauft und die neuen Besitzer führten mehrere Umbauten durch, u.a. die Verlagerung der Olivenpresse und die Errichtung einer Lagerhalle unter dem Park.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen neue Besitzer das Gut, doch mit dem Ende der Ernteteilung hätte es großer finanzieller Investitionen bedurft, um die nötigen Arbeiten durchführen zu können. Deshalb entschieden sich die Besitzer Ende der 60er Jahre, das Gut aufzuteilen und alles zu verkaufen.

Durch die Arbeit bei der Wiederherstellung der Villa und durch Gespräche mit Zeitzeugen aus der Vergangenheit der Fattoria Graffi sind viele interessante Aspekte der Geschichte der Villa aufgetaucht. Aber eine weitgehendere Untersuchung der Vergangenheit der Fattoria Graffi ist bis jetzt noch nicht geschehen und wir nehmen dankbar jede Information an, die uns hilft, ein bisschen mehr der Geschichte der Villa zu enthüllen.

 


Das Casa Cares Kinderheim

Bis vor ca.30 Jahren hatte Italien den höchsten Prozentsatz der Welt an Kindern in Institutionen, wie z.B. Kinderheimen. Dieses Phänomen war eng verbunden mit der Geschichte des Sozialdienstes des Landes, der seit Jahrhunderten unter der Schirmherrschaft der Kirche stand.

Im letzten Jahrhundert wurden besonders die sozialen Dienste für Familien weiterentwickelt: Einerseits in Form von Einrichtungen für Kinder der ärmeren Familien und andererseits durch die Errichtung von Schulen für Kinder aus wohlhabenderen Familien.

In diesem Zusammenhang entstanden Institutionen, die von protestantischen Kirchen und Einzelpersonen gegründet wurden. Casa Cares wurde von einer Gruppe von Freunden, die verschiedenen evangelischen Kirchen angehörten unter der Leitung eines amerikanischen Pastors ins Leben gerufen. Die Arbeit begann mit der Suche nach einem geeigneten Haus in Florenz.

Man wollte das Kinderheim nicht weit von der Stadt entfernt gründen, da der Umzug einer „Familie“ mit begrenzten finanziellen Möglichkeiten und über 40 Mitgliedern nicht das Einfachste ist. Nachdem verschiedene Optionen überdacht wurden, entschied man sich für die Villa Graffi. Dies geschah zu einer Zeit, in der Land, das nicht für die moderne Landwirtschaft genutzt werden konnte, abgestoßen und viele alte Höfe aufgegeben wurden.

Und es war eine Zeit, bevor viele Menschen die Schönheit des Lebens auf dem Lande entdeckten. Mit Spenden und Schenkungen wurde die Villa Graffi zusammen mit fünf Hektar Wald und vier Hektar Olivenbäumen gekauft. Am 1.Januar 1971 zog die „Casa Cares Familie“ in die Villa Graffi.

In den folgenden Jahren begann das antiquierte System der Sozialdienste ebenso wie das traditionelle System der Ernteteilung auszusterben. Die Regionen starteten modernere Programme zur Adoption und Pflegschaft. Es wurden weniger Kinder geboren und der allgemeine Lebensstandard verbesserte sich. Das Casa Cares Kinderheim beendete seinen Dienst 1975.

 


Cares: Begegnungszentrum und Gästehaus der Waldenserkirche

Für einige Jahre wurde die Villa nur sehr wenig genutzt. Zwei Unterstützer (Gioele Mongievetto von der Bruderkirche in Piemont und Giulietta Nunzi von der Methodistengemeinde aus Florenz) boten an, sich so oft wie möglich um das Anwesen zu kümmern. Nach Jahren, in denen keine Kinder als Hilfe zur Verfügung gestanden hatten, entschied sich der Ausschuss schließlich, etwas zu unternehmen, bevor alles noch weiter verfallen würde.

Das Anwesen wurde der Waldenserkirche angeboten, da sie für ihr Engagement für soziale Belange und ihre glaubwürdige Verwaltung bekannt war. Die Kirche überdachte dieses Angebot sehr gründlich, da ihr die Risiken und die große Menge offensichtlich anfallender Arbeiten sehr wohl bewusst waren. Doch letztendlich nahm sie das Angebot in den frühen 80er Jahren an und allmählich begann die Arbeit, die bis heute hier geleistet wird.

1985 wurden Antoinette und Paul Krieg vom Verwaltungsausschuss der Waldenserkirche ( dem "Waldenser Tisch") eingeladen, nach Italien zurückzukehren. Seitdem leiten die beiden Casa Cares als Zentrum der Begegnung und Gastfreundschaft, das sich hauptsächlich an italienische und ausländische Kirchengruppen richtet. Andere Gruppen von Schulen, aus Therapiezentren und Universitäten sind natürlich genauso willkommen wie Einzelpersonen. Als ein Gästehaus bei der Gemeinde Reggello eingetragen, bietet Casa Cares 16 Zimmer mit insgesamt 55 Betten. Außerdem verfügt es über Konferenz- und Gemeinschaftsräume, Esssäle und eine Bibliothek.

Im kürzlich umgebauten Bauernhaus neben der Villa lebt Familie Krieg zusammen mit den Mitarbeitern. Das sind meist Freiwillige, die in den letzten Jahren aus Italien, Deutschland, Schweiz, Polen, Ungarn, Schweden, Norwegen, Finnland, USA, Slowakei, England und Australien nach Casa Cares gekommen sind.

Das dritte Gebäude, das früher die Kapelle und Olivenpresse beherbergte, ist im Moment nicht im Gebrauch. Doch es bleibt die Hoffnung, dass man es eines Tages als „multifunktionale Kapelle“ und Gemeinschaftsraum nutzen kann. Außerdem soll eine neue Küche und ein Esssaal darin untergebracht werden. Der geplante Umbau sollte in einem Design entstehen, das im Einklang mit der Umwelt und mit der Position von Casa Cares als „ Verwalter von Schöpfung“ steht und den Gedanken der Nachhaltigkeit überträgt.

Ein weiteres Anliegen des Hauses ist es, einen Raum zu schaffen, in dem der Dialog zwischen Menschen verschiedener Kulturen mit unterschiedlichem Hintergrund gefördert wird.



Die Waldenserkirche

Die Waldenserkirche wurde Ende des 12. Jahrhunderts durch Valdo da Lione und einigen seiner Freunde gegründet. Die Waldenserbewegung hatte in ihrer Entwicklung einige beharrliche Eigenschaften: Armut, Ablehnung der Verbindung von Kirche und Staat und das freie Lesen und Predigen des Evangeliums ( in moderner Sprache) von jedem Gläubigen, Mann oder Frau.

Überwiegend in Mitteleuropa verbreitet, wurde die konfessionsungebundene Waldenserbewegung in manchen Ländern durch die Reformation aufgenommen, während sie sich in Italien 1532 von einer Bewegung in eine Kirche änderte.

Die Gemeinde der Waldenser verwaltet sich auf allen Ebenen eigenständig durch Versammlungen, die Probleme diskutieren, Entscheidungen fällen und ihre Vorstände wählen. Die Kirche trifft sich jedes Jahr im Augustin zu einer Synode in Torre Pellice im historischen Waldensertal südöstlich von Turin.

Die lokale Gemeinde glaubt an und predigt, was in der Heiligen Schrift geschrieben steht, in Übereinstimmung mit dem Evangelium, wie es seit der Reformation übertragen ist. Die Kirche spürt außerdem eine große Verpflichtung zur sozialen Verantwortlichkeit.






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Casa Cares 56 Via Pietrapiana 50066 Reggello (FI) Italy Tel. 0039-055-865-2001 Fax. 0039-055-865-2900 Email: info@casacares.it URL: www.casacares.it

Paul und Antoinette Krieg

Diese Seite wurde von Dan Berkeland im April 2001 erstellt
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Animation: Leah Krieg (leahkrieg@yahoo.com)